"Benji's Memorial Malteser-Zucht"

Können Hunde die echte Grippe bekommen?

Winterzeit ist bei uns Menschen Grippezeit. Also kommt die Frage, wie ist es mit unseren "besseren Menschen"? Die Antwort lautet: Ja – es kann auch sie treffen! Aber zuerst die Klärung: Viele, auch einige Tierärzte, sagen dem verbreiteten Zwingerhusten "Hundegrippe", hier geht es jedoch um eine Influenza, eine "echte" Grippe.

Influenza Virus kommt in verschiedenen Varietäten vor, das weist man. Einige, wie die Vogelgrippe, sind – bis auf bestimmte Subtypen – nicht auf Menschen übertragbar, andere wiederum sind menschen-spezifisch. Es wäre also schon ungewöhnlich, würden die Hunde davon verschont.

Es geht um, wissenschaftlich gesprochen, um Canine Influenza Viren. Diese gibt es (nach heutiger Erkenntnis) in zwei Subtypen: H3N2 und H3N8. Derer Ursprung und Ausbreitung ist unterschiedlich.Es geht um, wissenschaftlich gesprochen, um Canine Influenza Viren. Diese gibt es (nach heutiger Erkenntnis) in zwei Subtypen: H3N2 und H3N8. Derer Ursprung und Ausbreitung ist unterschiedlich.

H3N2 ist, glaubt man, Mutation eines Vogelgrippe-Virus. Es kann verschiedene Tierarten, Schweine vor allem, aber auch Menschen (die sog. Hongkong-Grippe) und eben auch die Hunde befallen Dagegen H3N8 ist ein bei den Pferden heimisches Virus, das erst 2004 auch bei den Hunden diagnostiziert wurde und sich bis heute in einigen US-Staaten unter den Hunden verbreitet hat.

Die Infektion passiert bei den Hunden wie bei den Grippeviren, die uns Menschen plagen können. Der Verlauf allerdings ähnelt stark einem Zwingerhusten und es ist in der Tat manchmal auch für den Tierarzt schwierig, unter den beiden Infektionen zu unterscheiden. In einigen Fällen sind die Hundegrippe-Symptome stark, mit Husten, Niesen, tränenden Augen und Fieber bis zu Atembeschwerden und Lungenentzündung. Es kann aber auch (man schätzt: bei 20% der Infizierten) gar keine Symptome geben, aber die Hunde sind doch Träger des Virus und können andere Hunde anstecken.

Es ist sehr ratsam, beim Verdacht auf Hundegrippe zum Tierarzt zu gehen, nicht nur des eigenen Lieblings wegen. Ein Hundegrippe-Virus kann bis zu 4 Wochen (bei H3N2) andere Hunde anstecken! Ausserdem sollen ansteckbare Krankheiten immer dokumentiert werden. Man soll sie nicht unterschätzen: Zwar selten, aber doch führt sie gar zum Tod des Hundes.

Eine Entwarnung am Schluss. Bis jetzt kommen Meldungen über Hundegrippe-Ausbrüche aus fernen Ländern. Trotzdem: Die Globalisierung betrifft nicht nur Güter, sondern auch Krankheiten.

Quelle: diverse (AKC Health, TA G. Roth u.a.)
15.01.2017


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