Malteser-Zucht
Benji's Memorial
Z.+V. Vanek-Jaeger, CH-5615 Fahrwangen

Wann kastrieren (und warum)?

Nur die wenigsten Hündinnen sind für die Zucht vorgesehen und deshalb denken  viele der Besitzer über eine Kastration, bzw. Sterilisation nach; häufig sind es auch die Tierärzte,  die es empfehlen. Ähnlich ist es mit Herbeiführung der Zeugungsunfähigkeit bei den Rüden,  ob operativ oder mit anderen Mitteln. Es gibt auch Hundeschulen-Kursleiter, welche die Hundenbesitzer dazu auffordern:  "Wer nicht züchtet, soll kastrieren". Nur, so einfach ist es nicht. Nachdem vor etwa 20 Jahren über  gesundheitliche Vorteile der Eingriffe in ganz jungen Jahren berichtet wurde,  kam es zu einem Boom solcher Behandlungen. Allerdings zeigen die Forschungsergebnisse der letzten 10 Jahre,  dass es dabei auch Nachteile gibt, die bedacht werden sollen.

Aber in allen Fällen gilt: Der Zeitpunkt für den Eingriff spielt eine grosse Rolle.

Es gibt Tierärzte, die, insbesondere wenn es um Hündinnen geht, den chirurgischen Eingriff möglichst früh,  noch im Alter von wenigen Monaten durchführen wollen. Dann sind die Probleme mit Narkose kleiner, die Operation leichter,  die Erholung schneller. Sie stützen sich auf frühere Studien, die belegten, dass das Risiko von späteren Brusttumoren sinkt, je jünger die Hündin bei dem Eingriff war. Anderseits aber: Eine Kastration bevor das Wachstum und die hormonale sexuelle Entwicklung  abgeschlossen ist bricht nicht nur die Hormone durcheinander (mit psychischen Folgen). Sie erhöht das Risiko eines falschen Knochenwachstums (Risiko von Hüftgelenksdysplasie, Knochenkrebs,  Kreuzbandrisse, Anatomie-Anomalien wird um ein Mehrfaches erhöht) und (bei den Hündinnen dazu noch bis zu 8x höheres)  Risiko der Krebserkrankung der Herz- und Milz-Blutgefässe (Hemangiosarkom). Auch eine Inkontinenz oder  Harntrakt-Infektionsanfälligkeit wegen der ungenügend entwickelten Genitalien kommt vor. Deshalb ist der offizielle Standpunkt Schweizer Tierärzte, man solle eine Hündin zwischen der ersten und zweiten Läufigkeit kastrieren. Wir selber meinen, dass die Brusttumore im Gegensatz zu anderen Krebsarten relativ leicht zu entdecken und operativ zu entfernen sind und deshalb empfehlen wir, wenn man warten kann, erst nach der zweiten Läufigkeit zu kastrieren.

Die Rüden zu kastrieren ist selten notwendig, am häufigsten bei Hoden,die in der bauchöhle stecken geblieben sind da dann ist die Gefahr vom Hodenkrebs real. Kastrieren, nur damit er nicht "männlich" ist, resultiert in etwa vierfach höhere Wahrscheinlichkeit des Prostatakrebs und der ist ind der Regel tödlich. Sehr häufig resuliert eine Kastration beim Rüden in einer Inkontinez und, insbesonder bei der Kastration in der Jugend, in Veränderung der Haarstruktur. Die Meinung, nach einer Kastration wäre die  Rüdenaggresivität reduziert, als nur selten wahr, von Fällen abgesehen, bei denen psychische Probleme wie Änstlichkeit entstanden ist.. Deshalb meinen wir, wenn es medizinisch nicht notwendig ist, die Kastration so spät wie möglich und sicher nicht vor dem Alter von 16 Monaten durchführen zu lassen.


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