"Benji's Memorial Malteser-Zucht"

Wann kastrieren (und warum)?

Nur die wenigsten Hündinnen sind für die Zucht vorgesehen und deshalb denken  viele der Besitzer über eine Kastration, bzw. Sterilisation nach; häufig sind es auch die Tierärzte,  die es empfehlen. Ähnlich ist es mit Herbeiführung der Zeugungsunfähigkeit bei den Rüden,  ob operativ oder mit anderen Mitteln. Es gibt auch Hundeschulen-Kursleiter, welche die Hundenbesitzer dazu auffordern:  "Wer nicht züchtet, soll kastrieren". Nur, so einfach ist es nicht. Nachdem vor etwa 20 Jahren über  gesundheitliche Vorteile der Eingriffe in ganz jungen Jahren berichtet wurde,  kam es zu einem Boom solcher Behandlungen. Allerdings zeigen die Forschungsergebnisse der letzten 10 Jahre,  dass es dabei auch Nachteile gibt, die bedacht werden sollen.

Aber in allen Fällen gilt: Der Zeitpunkt für den Eingriff spielt eine grosse Rolle.

Die Tierärzte, insbesondere wenn es um Hündinnen geht, möchten den chirurgischen Eingriff möglichst früh,  noch im Alter von wenigen Monaten durchführen. Dann sind die Probleme mit Narkose kleiner, die Operation leichter,  die Erholung schneller. Gemäss Statistik sinkt das Risiko von späteren Brusttumoren, je jünger die Hündin  bei der Kastration war. Trotzdem: Eine Kastration bevor das Wachstum und die hormonale sexuelle Entwicklung  abgeschlossen ist erhöht das Risiko eines falschen Knochenwachstums (Risiko von Hüftgelenksdysplasie, Knochenkrebs,  Kreuzbandrisse, Anatomie-Anomalien wird um ein Mehrfaches erhöht) und (bei den Hündinnen dazu noch bis zu 8x höheres)  Risiko der Krebserkrankung der Herz- und Milz-Blutgefässe (Hemangiosarkom). Auch eine Inkontinenz oder  Harntrakt-Infektionsanfälligkeit wegen der ungenügend entwickelten Genitalien kommt vor. Bei den Rüden  wird zwar der eher seltene Hodenkrebs verhindert, dagegen kommt dann der, in der Regel tödliche Prostatakrebs mit  bis zu vierfach höherer Wahrscheinlichkeit. Ausserdem erweist sich die Meinung, nach einer Kastration wäre die  Rüdenaggresivität reduziert, als nur selten wahr. Deshalb sagt die American College of Theriogenologists heute,  Welpen zu kastrieren um unerwünschte Population und spätere streunende Hunde zu verhindern (wie es viele  Tierschützer propagieren) ist falsch, da dies allzu häufig zu späteren chronischen und tödlichen Gesundheitsstörungen führt.

Mit Prof. Herris Maxwell von der Auburn University kann man sagen, dass es zwischen "zu früh" und "zu spät"  immer etwas dafür und etwas dagegen gibt und die Abwägung den konkreten Hund (Grösse, genetische Prädisposition usw.)  berücksichtigen muss. Für unsere Malteser kann man aber als eine gute Regel sagen: Hündinnen frühestens vor der zweiten  Läufigkeit und Rüden - wenn überhaupt - nicht vor 16 Monaten-Alter kastrieren.

Nach AKC, Claudia Grey, DVM, und Andrew Skolnick


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